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Chronik vom Anfang bis 1999 Das Feuerlöschwesen in Oellingen Über das Feuerlöschwesen in der Gemeinde Oellingen ist wenig bekannt. Die Ortschronik von 1955 erwähnt auf Seite 12 zwar einen großen Brand, macht aber keine Angaben zum Feuerlöschwesen. Die Schulchronik berichtet 1863: „Am zehnten Juli diesen Jahres, nachmittags um 4 Uhr, wurden die Bewohner des hiesigen Ortes und der Umgegend alarmiert durch den Ruf: Feuer! In der Scheune des Christ. Schmidt dahier war Feuer ausgebrochen, dessen wogenden mit hastiger Eile umsichgreifenden Flammen innerhalb einer Stunde 14 Gebäude – 8 Wohnhäuser und 6 Scheunen – mit den meisten Mobilien in ein Feuermeer begruben. Der allmächtigen und menschenfreundlichen Hilfe sei’s gedankt, das nicht ganz Oellingen eine Beute geworden ist des vom Wassermangel sehr und vom Winde ziemlich begünstigten entfesselten Elements. Die Brandverunglückten, welche, wie fast alle hiesigen Leute, zur Zeit des Feuerausbruchs mit dem Einheimsen des Heus beschäftigt waren, haben, wie oben bemerkt, fast gar nichts von ihren beweglichen Gütern gerettet. Zu dieser Kalamität gesellt sich leider noch das in der Landesbrandkasse allzuniedrigstehen der in Asche liegenden Gebäude. (………) Ob Verwerflichkeit oder ruchlose Hand des besagten Brandes Ursache ist, ist bis jetzt noch nicht ermittelt. Angaben über die Wasserversorgung und Brandbekämpfung sind auch der Schulchronik nicht zu entnehmen. Aufgrund der bei der Neugründung 1957 vorgefundenen Eimer kann davon ausgegangen werden, dass jeder Mann bei seiner Heirat und jeder Mann, der seinen Wohnsitz nach Oellingen verlegte, einen Feuerlöscheimer beschaffen musste. Mit Eimerketten (Weitergabe des Eimers von Hand zu Hand) wurde das Löschwasser vom nächsten Brunnen zur Brandstelle geschafft. Am 06. Juli 1940 wurde eine freiwillige Feuerwehr gegründet. Unter dem Datum 25. August 1940 finden wir im Protokollbuch einer Niederschrift über die Vereidigung von 48 Männern für den freiwilligen Feuerwehrdienst. Ein Brandweiher wurde aus der Straße nach Stahlhofen (rechte Seite in Höhe des Vorfluters) ausgehoben. Er wurde von der Pumpanlage der Grube Alexandria gespeist. Wasser war im Überfluss vorhanden. Die vorhandene Handpumpe und das Schlauchmaterial reichten für eine Wasserförderung bis zum Ort jedoch nicht aus. Nach dem Krieg wurde der Brandweiher wieder zugeschüttet. „Im Dorf hat es ja 50 Jahre nicht mehr gebrannt, wozu dann eine Feuerwehr?“ nach diesem Motto löste sich die am 06. Juli 1940 gegründete Freiwillige Feuerwehr Oellingen zum Jahresschluss 1945 wieder auf. Fortan gab es eine Pflichtfeuerwehr. Ihr gehörten alle männlichen Einwohner zwischen dem achtzehnten und sechzigsten Lebensjahr an. Diese Pflichtfeuerwehr bestand jedoch nur aus einem Aushang im Schaukasten am Haus des Ortsbürgermeister's. Übungen fanden keine statt. Offen bleibt, ob die „Wehrmänner“ die Aufstellung des Bürgermeisters überhaupt kannten. Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr Oellingen 1957 Die Nachlässigkeit der Oellinger Bürger wurde am 15. Januar 1957 bestraft, als beim Landwirt Adolf Krämer (heute Bergstraße 3) die Scheune brannte. Eine gut ausgebildete Feuerwehr hätte einen großen Teil des Brand- und Folgeschadens verhindert. Denn bis zum Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehr Höhn versuchten im Feuerlöschwesen nicht ausgebildete Oellinger Bürger ohne Führung und Koordination das Feuer zu löschen, sowie Vieh und Hausrat vor den Flammen zu retten. Der Brand führte zu einem Umdenken in der Bevölkerung. Für Sonntag, den 24. März 1957, lud Bürgermeister Willi Held alle am Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr interessierten in das Lokal Wilhelm Kraft (heute Neustraße 4) ein. Nach eingehender Aussprache wurde die Freiwillige Feuerwehr Oellingen gegründet. Zum Dienst und zur Hilfeleistung verpflichteten sich 22 Dorfbewohner. Erster Wehrführer wurde Theo Eisenburger. Die Urkunde zum Ehrenbeamten der Gemeinde Oellingen erhielt er in einer Feierstunde am 21. Oktober 1957. Josef Lehnhäuser wurde Stellvertreter des Wehrführers. Die Arbeit der neuen Wehrmänner begann mit Aufräumungsarbeiten im “ Spritzenhaus “. Dies war wie ein Schuppen in Ziegelbauweise an das Backhaus angebaut. Nach Beseitigung der Spinngewebe wurde das vorhandene Gerät sichtbar. Es bestand aus einer Handspritze, einigen Längen C-Schlauch, einem C-Standrohr, zwei Hydrantenschlüsseln, einigen Helmen und Gurten, einigen Wassereimern, einer Ausziehleiter und ein paar Kleinteilen. Mit diesem altersschwachen waren Übungen eingeschränkt möglich. Für den Ernstfall war der größte Teil jedoch unbrauchbar. Neues Material war dringend nötig. Bereits im Juni 1957 erhielten alle 22 Wehrmänner zweiteilige Arbeitsuniformen, die erstmals beim Feuerwehrfest in Schönberg getragen wurden. Am 09. November 1957 wurde das wichtigste Gerät –eine TS 8- von Wehrführer Theo Eisenburger, Gruppenführer Josef Gros und Maschinist Martin Groth beim Landratsamt in Westerburg abgeholt. Die TS läuft noch Heute. Als in den folgenden Tagen noch 105 Meter B-Schlauch eintrafen, konnten außer Standrohrübungen auch Übungen mit der Tragkraftspritze durchgeführt werden. In den ersten beiden Jahren opferten die Wehrmänner sehr viel Freizeit für Übungen und für die Instandsetzung des Geräteschuppens. Einsätze gab es nur bei den alljährlichen Wiesenbränden. Den ersten größeren Einsatz gab es am Sonntag, den 21. Juni 1959 beim Waldbrand in Scheid, in der Gemeinde Neustadt. Hier waren außer den Wehren der angrenzenden Gemeinden auf einige Tanklöschfahrzeuge der Bundeswehr (Lager Stegskopf) im Einsatz. Da die Oellinger Wehr kein eigenes Fahrzeug besaß, wurde bei diesem Einsatz das Gerät auf einem Lieferwagen des Bauunternehmers Arnold Schönberger transportiert. Die Wehrmänner nahmen zwischen dem Gerät Platz. Mit der Beschaffung eines Anhängers für den Transport der Löschgeräte wurde die Ausrüstung 1959 verbessert. Mit zwei Bränden im Sägewerk Heinz in Pottum (1960 und 1963) konnte die junge Wehr ihre Schnelligkeit und ihren guten Ausbildungsstand zeigen. In den Jahren 1960 / 1961 wurde ein Teil des ehemaligen Backhauses zum Gerätehaus umgebaut; im östlichen Teil wurde ein Unterstellplatz für den gemeindeeigenen Leichenwagen geschaffen. Der bisherige Feuerwehrschuppen wurde zur Fahrzeughalle umgebaut. Die Einsätze der Feuerwehr beschränkten sich jedoch nicht nur auf die Brandbekämpfung. So waren am Sonntag, den 20. Januar 1963 alle Straßen so verschneit, dass selbst Schneepflüge nicht mehr fahren konnten. Die Verbindungsstraßen zwischen Höhn und Oellingen (heute Lindenstraße) wurde von den Wehrmännern freigeschaufelt. Die Einsatzbereitschaft wurde im Januar 1964 durch den Ankauf eines gebrauchten Postautos (Marke Opel Blitz; es musste mit Zwischengas geschaltet werden, denn die Schaltung war nicht synchronisiert) weiter verbessert. In ihrer Freizeit bauten die Wehrmänner diesen Wagen zum Einsatzfahrzeug um. Am 08. März 1964 konnten die Wehrmänner ihr Können bei einem Scheunenbrand auf dem Anwesen Paul Braun (heute Dammstraße 19) wieder unter Beweis stellen. Dank des schnellen Einsatzes konnte ein Übergreifen des Feuers auf das angrenzende Wohnhaus verhindert werden. Im Januar 1965 erhielten, dank einer Spende des Jagdpächters, 17 Wehrmänner Dienstuniformen. Endlich konnte sie auch zu Repräsentationszwecken in der ordentlichen Uniform erscheinen. Anlass für den nächsten Einsatz war ein durch Blitzschlag ausgelöster Dachstuhlbrand im Wohnhaus Alois Krämer (heute Mühlenweg 5) am 15. Mai 1965. Auch hier konnte das Übergreifen des Feuers auf das Nachbarhaus verhindert werden. Bei einer Gemeinschaftsübung setzte die Freiwillige Feuerwehr Höhn erstmals im Oberwesterwaldkreis- ein Leichtschaumgerät ein. Übungsgelände war die Neustraße und der Schulhof der Oellinger Schule. Der Zusammenschluss der Gemeinde Höhn, Neuhochstein, Oellingen und Schönberg zur Gemeinde Höhn brachte auch Veränderungen für die Freiwilligen Feuerwehren. Die vier Wehren wurden zur Freiwilligen Feuerwehr Höhn zusammengeschlossen, behielten als Löschzüge jedoch große Selbstständigkeit. 1972 erhielt der Löschzug Höhn ein neues Einsatzfahrzeug. Das umgebaute Fahrzeug des Löschzugs Oellingen war schrottreif und wurde ausgemustert. Als Ersatz erhielten die Oellinger Wehrmänner das alte Höhner Fahrzeug (ebenfalls ein umgebautes Postauto). In der Nacht Gründonnerstag/Karfreitag 1972 brannte eine Lagerhalle der Kunststoffwerke in Höhn. Neben den Höhner Löschzügen waren auch die Wehren von Bad Marienberg, Rennerod und Westerburg im Einsatz. Mit der Schaffung der Verbandsgemeinden gab es weitere Veränderungen. Die Brandschutzangelegenheiten gingen von der Orts- auf die Verbandsgemeinde über. Zu Beginn des Jahres 1977 musste das Einsatzfahrzeug wegen größerer Mängel stillgelegt und verschrottet werden. Nun standen die Wehrmänner wieder ohne Fahrzeug da. Nach langem Bitten der Wehrangehörigen kaufte die Verbandsgemeinde einen gebrauchten Kleinbus. Wieder bauten die Wehrmänner diesen Kleinbus zu einem Einsatzfahrzeug um. Damit war die Truppe ab Juli 1977 wieder voll einsatzfähig. Für zwanzigjährigen aktiven Feuerwehrdienst erhielten während der Jahreshauptversammlung am 03. Dezember 1977 die Wehrmänner Theo Eisenburger, Josef Gros, Hubert Jacob, Albert Röder, Gerd Schönberger und Guido Zimmermann ein Bildnis des heiligen Florian in Leichtmetallguss. Am 28. Februar 1980 wurden die Wehrmänner vom ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Westerburg Bernhard Birk durch Handschlag verpflichtet. Der nächste Einsatz war am 26. März 1980 bei einem Kellerbrand im Hause der Familie Nast (heute Mühlenweg 6). Größerer Sachschaden konnte verhindert werden. Einen Nachteinsatz gab es am 09. Mai 1980 bei einem Autobrand in der Lindenstraße. 1980 wurde ein einsatzreiches Jahr, denn am 29. Mai rief die Sirene wieder zum Einsatz. Diesmal war es ein Dachstuhlbrand am Anwesen der Familie Bacher (das Haus wurde für den Ausbau der Straßenkreuzung abgerissen, heute steht auf diesem Platz das Straßenkreuz). Es brannte der Dachstuhl der früheren Scheune. Auch hier konnte durch schnelle Brandbekämpfung ein Übergreifen des Feuers auf den Wohnteil des Hauses verhindert werden. Am 12. Und 13. Juni 1982 feierte der nun 20 aktive Mitglieder zählende Löschzug Oellingen sein fünfundzwanzigjähriges Bestehen. Vor dem Feuerwehrgerätehaus Höhn war das Festzelt aufgebaut. Beim Festkommers am Samstag, den 12. Juni wirkten als örtliche Vereine die Blaskapelle, das Mandolinenorchester, der Gemischte Chor –alle aus Oellingen. Der Männergesangverein Höhn und die Tanzkapelle “The Players“ mit. Nach der Begrüßung der Gäste durch Ehrenwehrführer Josef Gros, der besonders die Betzdorfer Feuerwehrkameraden, mit denen eine lange Freundschaft besteht, begrüßte, übernahm Toni Krempel die weitere Führung durch das Programm. Zu den Gratulanten gehörten der erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Westerburg Bernhard Birk und der Ortsbürgermeister Günther Mies. Kreisbrandinspekteur Werner Hammer überreichte den Feuerwehrmännern Josef Gros, Albert Röder, Gerd Schönberger und Guido Zimmermann vom Löschzug Oellingen sowie Gerhard Jacob und Walter Neumann vom Löschzug Höhn die Urkunde und das silberne Feuerwehrehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz für 25jährigen aktiven Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr. Verbandsgemeindewehrleiter Wilfried Dillbahner, Wehrführer Helmut Kloft und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Hans Schmidt sprachen ihre Anerkennung aus. Sie bezeichneten die ältere Generation als Rückrad der Wehr. Zu diesem Jubiläum erhielten die Wehrmänner neue Dienstuniformen von der Verbandsgemeinde Westerburg. Der Gute Ausbildungsstand wurde am 07. Juli 1984 durch den Erwerb des bronzenen Leistungsabzeichens des Feuerwehrverbandes gezeigt (in Stockum-Püschen). Bereits am 11. Juli 1987 erwarb eine Gruppe das silberne Leistungsabzeichen bei einer Veranstaltung in Höhn. Im Februar 1988 erhielt Theo Jacob das silberne Feuerwehrehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz. Von April 1990 bis Mai 1991 wurde das Feuerwehrgerätehaus umgebaut. Ein Teil des früheren Unterstellraumes für den Leichenwagen und der Geräteraum wurden Schulungsraum. Die Fahrzeughalle wurde abgerissen. Der Fußweg zwischen Gerätehaus und Anwesen Walter Jung wurde zum Grundstück Feuerwehrgerätehaus zugeschlagen. Danach wurde die Fahrzeughalle unter Ausnutzung der verfügbaren Fläche ne gebaut (am 26.5.1990 wurde die Bodenplatte gegossen, am 22.6.1990 war Richtfest). Am Samstag, den 08. Juni 1991 war die Einweihungsfeier für das umgebaute Haus. Im November 1991 erhielt Bernd Dait das silberne Feuerwehrehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz. Im Februar 1992 wurden Albert Röder, Gerd Schönberger und Guido Zimmermann mit dem goldenen Feuerwehrehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz für 35 Jahre aktiver Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet. Die Auszeichnung in Silber erhielt für 25 Jahre aktiver Dienst erhielten Werner Baumann und Edwin Röder. Am 27. Juni 1992 erwarb eine Gruppe das goldene Leistungsabzeichen bei einer Veranstaltung in Höhn. Im November 1992 erhielt Hubert Jacob das goldene Feuerwehrehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz für 35 Jahre aktiver Dienst. Wegen Erreichen der Altersgrenze schied Löschgruppenführer Hubert Jacob mit Ablauf des Monats Dezember 1997 aus dem aktiven Dienst aus. Er wurde am 27. Januar 1998 vom Verbandsgemeindewehrleiter Dillbahner aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Zum neuen Löschgruppenführer bestellte die Verbandsgemeinde auf Vorschlag der Oellinger Feuerwehrkameraden Michael Baumann. Zum Vertreter wurde Raimund Röder bestellt. Mit Ablauf des Monats Februar 1998 schied Gerd Schönberger aus dem aktiven Dienst aus. Auch er wurde von Verbandsgemeindewehrleiter Dillbahner verabschiedet. Am 01. Oktober 1998 erhielt Theo Jacob das goldene Feuerwehrehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz für 35 Jahre aktiver Dienst. Im Jahre 1999 scheiden die letzten Gründungsmitglieder aus dem aktiven Dienst aus. Guido Zimmermann mit Ablauf des Monats Februar und Albert Röder mit Ablauf des Monats September. Die Wehr führte: Vom 24.03.1957 bis 13.01.1964 Theo Eisenburger Vom 13.01.1964 bis 11.05.1974 Josef Gros Vom 11.05.1974 bis 16.01.1998 Hubert Jacob Und seit 16.01.1998 Michal Baumann |
Nächste Termine:
| 26.02.12 09:00 JF-Übung |
| 26.02.12 09:00 Übung |
| 02.03.12 20:00 Jahreshauptversammlung |
| 09.03.12 18:00 - 20:00 JF-Übung |






